Freitag, 8. Mai 2009

Jugendstil, eine Brücke

Leuchte © Foto: unbekannt
Gegenstände aus der Zeit des Jugendstils können mich bis heute nicht besonders begeistern. Aber während des Studiums habe ich diese Epoche als Wegbereiter des modernen Designs schätzen gelernt.
Einen neuen Stellenwert bei der Herstellung von Produkten erlangte das Design im Zuge der industriellen Revolution, weil die meisten Gebrauchsgegenstände nun seriell hergestellt werden konnten und mussten. Durch die industriell bedingte Verlagerung des Lebens in die Städte stieg der Bedarf an Behausungen und Massenartikeln wie Möbeln für die wachsende Stadtbevölkerung. Die veränderten Lebensbedingungen einer Vielzahl von Menschen und die modernen Herstellungstechniken erforderten einen neuen Gestaltungskodex. Die gefeierte Modernität brauchte eine angemessene Form. Im Jugendstil blieben zwar aus heutiger Sicht sehr erzählerische und bildhafte Formen erhalten, diese wurden aber Teil der Funktion. Der stilisierte Frauenkörper zum Beispiel wurde zum Lampenfuß selbst, statt als Extrateil addiert zu werden (Design: Peter Behrens). Mit seiner eigenen Interpretation natürlicher Elemente wie Lebewesen und Pflanzen brachte der Jugendstil eine neuartige Formensprache auf, die kein einfacher Abklatsch historischer Vorbilder war. Damit ebnete er den Weg für die folgende völlige Abstraktion von überlieferten Formen, wie sie das Bauhaus anstrebte.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

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