Dienstag, 25. Mai 2010

Familie Feuerstein



Da mein gutes altes Rowenta-Feuerzeug aus dem Rennen ist, hatte ich als Interimslösung dieses grüne Plastikding in Gebrauch.
Ich lege mein Feuerzeug eigentlich nie zu meinen Zigaretten auf den Tisch, wenn ich länger in Raucherkreisen verweile, obwohl ich das bei anderen Rauchern meistens ganz gemütlich finde. Mein Feuerzeug, so schön es auch sein mag, wandert nach dem Anzünden immer zurück in die Hosentasche. Das habe ich schon immer so gemacht.
Nette (Raucher sind oft nett) ältere Raucher dagegen platzieren ihr Feuerzeug auch gerne akkurat aber unprätentiös auf der Zigarettenschachtel.

Für das grüne Ronson habe ich mich fast ein wenig geschämt, obwohl das natürlich unnötig ist. Erstens interessiert ein Feuerzeug sowieso die wenigsten Menschen, und zweitens hat dieses eine vornehme Herkunft.
Sein Großvater ist auf den Bildern jeweils unten zu sehen. Ein Ronson aus den Fünfzigern. Funktioniert leider nicht mehr. Das Ventil, an dem das Gas entzündet wird und somit die Flamme entsteht, scheint defekt zu sein. Schade, denn die meisten anderen Feuerzeuge werden unbrauchbar, weil sie Gas verlieren. Oft ist das Einfüllventil undicht. Bei diesem nicht.
Das Gas wird bei dem alten Ronson da eingefüllt, wo diese düsenartige Form außen endet. Hat übrigens eine tolle Verschluss-Mechanik für den Gasventildeckel: einfach mit dem Finger leicht draufdrücken und ca. 90° drehen - ohne Werkzeug.
Die Firma Ronson ist wie gesagt auch Hersteller des grünen Modells. Hier wurde der betagte Vorgänger zitiert. Das hat mich amüsiert. Die Düse ist nur noch Deko, denn das Gas wird beim jungen Modell unten am Boden nachgefüllt.
Das schwindsüchtige Kunststoffgehäuse war dem Transport in der Hosentasche zusammen mit Schlüsseln nicht gewachsen. Gestern ist ein Teil des Gehäuses abgeplatzt. Jetzt benutze ich das Ding nur noch zum Anzünden der Flamme am Gasherd.

20 Kommentare:

Miss Mary Marple hat gesagt…

In Krimis sind Feuerzeuge auch ein unentbehrliches Requisit, z. B. beim Verhör, wenn der Bulle andächtig eine Zigarette anzündet, den Rauch dann ausatmet und anschließend das Feuerzeug wieder in die Hosentasche steckt (so wie Kommissar Harri B.).
Humphrey Bogart benutzte dieses Utensil auch gerne in seinen Filmen. Bei "Haben und Nichthaben" warf er es Lauren Bacall zu, sie fing es auf und es machte "Pling".

La Habana hat gesagt…

Die Form von dem alten erinnert eindeutig an alte Autos (genau die aus den Fünfzigern, wie sie heutzutage nur noch in Havanna rumfahren, zumindest denken wir, dass sie das tun), nämlich an den hinteren Kotflügel, da wo das Rücklicht drin ist, von der Seite gesehen (meine Kenntnisse über Auto-Anatomie sind begrenzt, was sich direkt auf die Ausdrucksmöglichkeiten ausübt). Oder seh ich da mal wieder seltsame Dinge? Schließlich bin ich ja nicht der Design-Kommissar Humphrey B., da darf man sich auch täuschen...

Silberfisch hat gesagt…

Oh, und zudem hat es (das silberne) ein Gesicht (sieht man vor allem auf dem oberen Bild)! Wie apart.

Silberheuschrecke hat gesagt…

Schöner "Design-Silberfisch",
und
"billige grüne Heuschrecke..."
und auf jeden...
interessante Fotos zum Beitrag!

H. hat gesagt…

Miss Marple kann ja zum Glück schweigen. Irgendwann, in längst vergangener Zeit, war ich nämlich als Komparse tatsächlich mal genau so ein Cop, mit Schulterhalfter, Hut, Anzug und pipapo. Wir zwei Bullen machten den alten guter-Cop-böser-Cop-Trick im Verhör mit einer gefallenen Lady, und ich war natürlich der Softie - man kann eben nicht aus seiner Haut. Mein Kollege war absolut genial. Den hätte ich sofort für grüßere Rollen engagiert.
Jedenfalls kam auch mein Feuerzeug, das Rowenta glaubick, zum Einsatz.

La Habana braucht ihr Licht nicht unter den Schaffel zu stellen - schön gesehen. In den Fünfzigern hatte so gut wie jeder Gegenstand eine Düsenform vorzuweisen. Jet war Religion.

Silbertiere: Ein Gesicht sehe ich nicht. Höchstens von Tinten- oder Plattfisch.

sh hat gesagt…

ich seh` jedenfalls auch ein Gesicht auf dem Silberfisch...
(sind Tinten- oder Plattfische etwa gesichterlos!?)
und...
Silberheuschrecke kennt die stolze Rose...

H. hat gesagt…

"Silberheuschrecke kennt die stolze Rose" klingt nach Rilke, Hesse oder Biene Maja.

Gesicht auf dem Silberfisch: Der englische Name einer Speisefischart ist Brill, wie mein Nachname. Das Tier gehört zur Ordnung der Plattfische und wird bei uns Glattbutt oder Kleist genannt. Hat auf jeden Fall ein Gesicht, aber schöner an ihm ist wohl sein guter Geschmack

Plankton hat gesagt…

Somit bist Du wahrscheinlich offiziell der einzige Mensch weltweit, der so heißt wie sein Feuerzeug aussieht.

A hat gesagt…

so heißen, wie mein kultiges Rowenta-Feuerzeug aussieht?!
Darauf muss man erstmal kommen!
Aber, ein Speisefisch namens Brill!?
Klingt wie die Fortsetzung von, na?
Ein Fisch namens Wanda...
Was das Erscheinungsbild eines Feuerzeuges so an Assoziationen auslösen kann,
doll...

HB ist mild und schmeckt hat gesagt…

Cool, oder?
Wie wohl Schweinsteigers Feuerzeug aussieht?

bird of prey hat gesagt…

Und ob Butt auch so ein Rowenta hat?

H. hat gesagt…

Ich wusste, dass Du noch wach bist, alter Hühnerhabicht. Für Dich würde ich eins Marke "Consul" empfehlen, mindestens.

Mary hat gesagt…

Es gibt ja auch die japanische Marke "Prince", falls sich jemand ein wenig mit seinem Feuerzeug identifizieren will.
(Du siehst, Harri,ich habe schon wieder herumgegooglet und mein Allgemeinwissen aufgepeppt).

Hühnerhabicht inkognito hat gesagt…

Habe mir das Sortiment von Consul mal zu Gemüte geführt. Je nach Modell stimme ich tatsächlich zu. Aber vielleicht verwechselt Du mich auch.

H. hat gesagt…

Verwechslung gut möglich, wie auch bei einigen anderen Kandidaten hier.
Könnte natürlich auch sein, dass Du weiblich bist, quasi Hühnerhabichthenne.

Hühnerhenne hat gesagt…

Für solche Fälle hätte Consul ja auch Damenfeuerzeuge.

H. hat gesagt…

Consul an sich wäre nicht meine erste Wahl für ein Feuerzeug, dachte nur, wegen des Namens würde es Herr vK gut zu Gesichte stehen.

Für alle Freunde düsenbestückter Gegenstände gibt es einen schönen Song, von dem ich nur einen Live-Mitschnitt finden konnte: Silver Thunderbird. Marc Cohn besingt den Ford Thunderbird seines Vaters.

A. hat gesagt…

Zitat, Hermann Hesse:

Mit der Reife wird man jünger!

Es geht mir auch so,
obwohl das wenig sagen will, da ich das Lebensgefühl meiner Knabenjahre im Grund stets beibehalten habe und mein Erwachsensein und Altern
immer als eine Art Komödie empfand.

Soviel zu Hermann Hesse, interessante Biographie übrigens...

H. hat gesagt…

Biene Maja, Rilke, Hesse - sind alle in Ordnung. Jede/r auf seine oder ihre Art. Einfach nicht werten, in diesem Fall.
Bin zum Beispiel kein ausgesprochener Fan von Marc Cohn, aber der Song rührt mich.

A. hat gesagt…

aha,
nicht werten...
jeder wertet eh für sich selbst!
Wobei Biene Maja mir am gescheitesten zu sein scheint...
Denn Rilke und Hesse verzetteln sich irgendwie...
Mann muss auch mit beiden Beinen in der Realität stehen, Leben bewäligen können...!!!

 
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