Montag, 26. März 2012

Fossil der Feuchtgebiete


WC-Ascher © Harri Brill 2012

Freitag, 9. März 2012

Donnerstag, 8. März 2012

Frauentag

Waschmaschine © Harri Brill 2012


Montag, 27. Februar 2012

hoch die Tassen!

 gedrehter Henkel © Harri Brill 2012
Mit dem Kinn auf dem Tisch hat man nicht gerade die alltägliche Perspektive auf seine Tasse. Habe die frontale Ansicht gewählt, um mit dem Henkel experimentieren zu können. Obwohl er nicht hässlich ist, stört mich immer etwas daran. Ansonsten gefällt mir diese Tasse aus Kahla gut. Angenehme Größe, schlichte Form, schmaler Rand. Auf dem unteren Bild habe ich ohne viel Sperenzchen den Griff einfach um 180° gedreht rangebastelt. Schon besser, finde ich. "...couldn't see past the end of my beer..." (The Streets - It's Too Late), fällt mir dazu ein. Kein großartiger Song, aber die Zeile hat was.

Sonntag, 29. Januar 2012

wonder gloves

Sicherheitsschneidehandschuhe © Harri Brill 2011
Ein Gewebe, nicht fester als Baumwolle, das die Hand dennoch vor Schnitten einer scharfen Klinge schützen kann? Klingt wie eine der Prüfungen, die im alten schottischen Lied Scarborough Fair ein Mädchen ablegen muss, bevor sie ihren Geliebten heiraten kann. Die Handschuhe schützen erstaunlich gut. Wir haben es ausprobiert. Viel Glück allen Mädchen beim saumlosen Hemd aus Batist (cambric)!
"...Tell her to make me a cambric shirt, parsley, sage, rosemary and thyme; without any seam or fine needlework, then she'll be a true love of mine."
2.Strophe des trad. Liedes aus Schottland. Die Aufzählung der Kräuter "parsley, sage, rosemary and thyme"
in jeder Stophe ist vielleicht eine Art Zauberformel.

Dienstag, 17. Januar 2012

gegen die Strömung


Vespa-Surfing © Harri Brill, Januar 2012

Alle sechs 0,3er Haake Beck, die ich noch aus anderen Wetten guthabe, würde ich darauf setzen, dass dieser kleine Vespa-Windjammer keinem der Aerodynamiker gehört, die auf dem Werksgelände hinter dem Zaun an Schienenfahrzeugen arbeiten.

Sonntag, 1. Januar 2012

kleine Wünsche

Alles Gute für 2012!

Sonntag, 16. Oktober 2011

lauter Recycling


Müllwagen für Altpapier © Harri Brill 2009

Es wird noch dunkel sein, wenn morgen früh dieses Geräusch wieder alles Lebendige zu Eis erstarren lässt: Immer montags verschlingt ein gigantischer Eisenfresser jedes einzelne Auto der Straße. Er pflückt die Karossen mit riesigen Krallen vom Asphalt und zermahlt sie auf der Stelle zwischen gewaltigen Kiefern. Die Autos kreischen in Todesangst, wenn die Zähne des Monsters durch die Blechhülle donnern und stählerne Rippen ächzend und knirschend bersten.

Ob Fegaro, der Kehrwagen, oder Shitty Bang Bang, der Hundekotabsorber - keine Ahnung, warum gerade die Fahrzeuge, die für eine saubere Umgebung im Einsatz sind, so viel Lärm absondern.

Sonntag, 25. September 2011

entwöhnen


Aschenbecher © Harri Brill 2011

Nicht zum ersten Mal steht ein Stapel dieser schlichten Aschenbecher auf dem Fensterbrett des Treppenhauses. Hat einer der Mieter aussortiert und auf der letzten Stufe vor der Mülltonne zum Verschenken angeboten.
Wir anderen Mieter beißen nicht so recht an; die drei Ascher warten seit zwei Tagen unangetastet auf den nächsten Nutzer.

Als Produkte sind Aschenbecher dieser Bauart fast archetypisch. Sie kosten wahrscheinlich im Ein-Euro-Shop nur einen Euro und sind so unauffällig, dass niemand sie als Souvenir von einem Kneipentisch stehlen würde.
Es besteht immerhin die Möglichkeit, dass der ehemalige Besitzer seine Zigarettenasche in erlesenere Gefäße schnippen und die gesichtslosen Objekte daher abstoßen wollte. Meine favorisierte Theorie ist jedoch, dass sich hier jemand das Rauchen abgewöhnt.

Dienstag, 20. September 2011

Sitz-Nomade


Lederprägung auf Sitzfläche © Harri Brill 2011

Mein Ex-Kamelhocker könnte Geschichten erzählen. Nicht nur die in Leder geprägten auf dem Sitzkissen. Denn letzten Sonntag landete er mindestens zum zweiten Mal in seinem Produktsein auf dem Flohmarkt.
Ich transportierte meine Ware in drei Koffern mit einem Handwagen zum Markt. Sind nur etwa 400 Meter bis dahin. Der Hocker balancierte auf den Koffern.
Die nordneuköllner Bohéme schlummerte noch an diesem regenschwangeren Sonntagmorgen, als mich auf dem Gehweg ein Nachfahre der Pharaonen wegen des Hockers ansprach. Es dauerte eine Weile, bis ich verstanden hatte, dass er den Hocker kaufen wollte. Ich war im Halbschlaf kaum 100 Meter gegangen, und wir waren die einzigen Menschen weit und breit.
Ich nannte meinen Preis. Er winkte ab. Aber ich war nun sicher, dass ich das Ding heute gut verkaufen würde.

Sonntag, 11. September 2011

graue Maus


BMW K100 © Harri Brill 2010

Sie turnten bei festlichen Anlässen fahrenderweise zu zwölft in Pyramidenformation an einem einzigen Motorrad, sie regelten den Verkehr, wenn Ampeln ausgefallen waren, sie waren die harten Hunde bei Routinekontrollen an Fahrzeugen, und sie eskortierten Staatsbesuch zum Rathaus Schöneberg: Die "Weißen Mäuse".
So wurden in Berlin einst Beamte der Verkehrspolizei auf Motorrädern genannt. Ab 1873 trug bereits die "Infanterie" der neu gegründeten Verkehrspolizei weiße Uniformteile, wegen der besseren Sichtbarkeit. Mitunter auch weiße Friesennerze in Mantellänge.

Im Zuge allgemeiner Motorisierung nach den Weltkriegen bretterten die Weißen Mäuse traditionell auf BMW-Maschinen durch die Stadt. 2008 wurden nach einem umstrittenen Auschreibungsverfahren erstmals 35 Moto Guzzi statt der Bayrischen Motorräder für die berittenen Ordnungshüter bestellt. Eine besonders heikle Wahl, weil die BMW-Bikes seit 1967 direkt um die Ecke, nämlich in Spandau produziert werden. Der Tagesspiegel berichtete.

Das Modell im Bild, die K100 wurde von 1983-89 im Werk Spandau gebaut. Die Koffer würde ich einfach wegschmeißen, oder vielleicht besser für ein paar Tankfüllungen an 80er-Retro-Nerds vertickern. Der Motorblock ist definitiv ein Abschied von der romantischen Nacktheit des Kraftspenders, aber trotzdem funktional in die Statik des Ganzen integriert und eigentlich das Originellste an der Maschine. Denn der kantige Gesamteindruck scheint der Legende Suzuki Katana von 1981 entlehnt, entworfen übrigens vom deutschen Team Target-Design.

Sonntag, 4. September 2011

offene Tür

offene Tür © Harri Brill 2011
Sonnenalle. Seltsamer Name für eine Straße. Wie aus einem Kinderbuch. Der gleichnamige Film interessiert mich übrigens nicht. Ganz im Gegensatz zu der genialen Schöpfung auf den Fotos. Gefunden in der Sonnenalle. Habe bisher noch keine bessere Lösung zum Offenhalten einer Haustür gesehen und ausprobiert. Es geht um den Winkel aus Aluminium. Der Stummel von rot lackiertem Metall ist wahrscheinlich nur der Rest eines untauglichen Vorgängers. Der Winkel lässt sich spielend leicht mit dem Fuß um 90° zum Halten oder Lösen der Haustür drehen. Man erkennt das Prinzip sofort und braucht zur Benutzung nicht mal die Hände frei zu haben.
 
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