Mittwoch, 3. Februar 2016

Verkehrskonzept statt Concept Cars!


 elektisch angetriebenes Milchmobil - London © Harri Brill 1996

Staatlicher Zuschuss zum Kauf von Elektro-Autos: Wie wär's stattdessen mit Visionen und Konzepten für zeitgemäße Fortbewegung, jenseits der individuellen Blechkiste? 

Montag, 1. Februar 2016

Europameister!


aus dem Film "E und O" © Harri Brill 1999

Sonntag, 24. Januar 2016

London 1996/2

Ralph West Hall - Treppenhaus Nord © Harri Brill 1996
Ich mochte das Wohnheim sofort, sogar die Produkte der Kantine, was mir die Zuneigung der Küchendamen einbrachte, und zweifelnde Augenbrauenbewegungen der Mitbewohner. Letztere hatten dennoch den größten Anteil daran, dass es famose drei Monate wurden. Die meisten waren auch Designstudenten. Eine von ihnen ist Kathi Leuzinger, hier zu den schönen Beispielen ihrer Arbeit.

Dienstag, 19. Januar 2016

London 1996

© Harri Brill 2009
Zwanzig Jahre lang ist die bildschöne und elegante Olivetti Lettera 22 nun schon in meinem Besitz. Damals während des  Exchange-Aufenthalts im Studium gekauft, in den drei Monaten London. Da war sie schon ein reifes, aber noch unterschätztes Stück Designgeschichte.
Weil sie ein "at"-Zeichen auf der Tastatur hat, nutze ich sie aktuell zum Tippen meiner Mailadresse auf der Visitenkarte. Auf dem Foto sind die Typenhebel für die inzwischen ebenfalls (selbst für Briten) exotischen Brüche zu sehen.
Mehr aus London später.

Mittwoch, 13. Januar 2016

"we passed upon the stairs"*

weißes Vinyl mit Schnittlauch und der Version von Richard Barone © Harri Brill 2006
Mein liebster Bowie-Song ist The Man Who Sold The World, von dem ich nun wieder erfahren musste, dass Menschen unter 30 die Band Nirvana für den Urheber halten. Macht nüscht, ist auch ein Kompliment. Ich kenne fünf Versionen verschiedenster Machart, aber der Song ist und bleibt unzerstörbar, und alle Interpreten behandeln ihn respektvoll.
Ein Aspekt des Pop ist auch die zur konsumierbaren Show gemachte, bittere Erkenntnis des Jugendalters, in der sich die Beschränkungen des Menschenlebens offenbaren, und die man das spätere Leben über mit sich rumschleppt. Man richtete dann vielleicht seinen Blick sehnsuchtsvoll von der schlammigen Erde in den Sternenhimmel.
Oder man begegnet jemandem auf der Treppe.

*aus "The Man Who Sold The World", © David Bowie 1972

Dienstag, 5. Januar 2016

New Ordner

Ordnermechanik © Harri Brill 2016
Zum Jahreswechsel müssten Aktenordner eigentlich wie warme Semmeln über den Ladentisch gehen. Stichwort Steuern, zum Beispiel.
Die Firma Leitz hat die Mechanik zum Öffnen der Ringe verbessert. Die Öffnung zwischen den Ringen ist laut Infoblatt des Herstellers nun um 50% größer. Dadurch lassen sich dickere Papierstapel als vorher einfädeln. Viel wichtiger finde ich die zweite Neuerung: Weil der Hebel zum Öffnen sich um 180° umklappen lässt, und nicht mehr mitten im Weg stehen bleibt, können sowohl links als rechts Blätter eingelegt oder entnommen werden.

Samstag, 2. Januar 2016

langer Sonnabend in Fort Woolworth


 dough nut shoot! © Harri Brill 2016

Nicht Feuerwasserflaschen, sondern Handfeuerwaffen dürfen ab Beginn dieses Jahres in Texas wieder offen getragen werden. Oder hieß es "müssen"?
Keine Sorge übrigens, das Bild ist nur gestellt, wir sind ja hier nicht im Wilden Westen. Dem Pfannkuchen geht's gut, auch weil an diesem Jahreswechsel in allen Geschäften Verkäufer und Kunden das richtige Wort Pfannkuchen benutzten. Und Samstag heißt in Berlin Sonnabend, auch wenn das selbst auf diesem Blog falsch steht.
Alles Gute für 2016!

Dienstag, 29. Dezember 2015

Ex-Exchange

ex-FairExchange © Harri Brill 2015
Dem Einzug der rappelnden Rollkoffer mit Sylvester-Gästen am Handgriff begegnen diese Rollläden mit stoischem Schweigen. Für immer. Zumindest verdecken sie den Namen Fair Exchange. Mit ziemlicher Sicherheit war ich der allerletzte Kunde des Second-Hand-Buchladens in der Dieffenbachstraße, am Heiligabend dieses Jahres.
Wahrscheinlich begann die sogenannte Gentrifacation schon in den 80ern an diesem Ort. Und wahrscheinlich war, wie so oft, die vorherige Punk-ification der Anfang einer uferlosen Verteuerung kleiner Ladenimmobilien der Umgebung.
Damals war auf jeden Fall ein hingerotzter Plattenladen eine sehr willkommene Neuerung. Das waren außerdem Jungs von meinem Gymnasium, zwei Häuser links von hier, die den Plattenladen in dieser Lokalität betrieben. Musik, Bücher und Schnellimbiss scheinen auch heute noch politisch korrekter zu sein als hochwertige Kochutensilien oder fair gehandeltes Kinderspielzeug. Letztere gehen dekadenterweise über den spartanischen Revolutionsbedarf hinaus.
Irgendwann verdienen dann die jungen, vielleicht immernoch romantischen Bewohner der Gegend etwas mehr Geld, kriegen Kinder, wollen es womöglich nur ein kleines bisschen behaglicher und sauberer. Und so weiter - siehe Prenzlauer Berg.
Es war bereits recht gediegen hier, als das Fair Exchange einzog. Die Betreiberinnen sind zwei schöne, grauhaarige Frauen um die Sechzig. Viele der vielleicht immernoch romantischen Menschen hier bestellen aber inzwischen ihre Bücher, und auch ihre Musik, im Internet. Und ich vermute außerdem, die beiden schönen, grauhaarigen Frauen haben einfach genug von der Arbeit.

Samstag, 26. Dezember 2015

buone feste!

spezie © 2011 Harri Brill



Montag, 21. Dezember 2015

Platten und Karren 2

Schallplatte: Heinrich George spricht © scan: Harri Brill 2015

"Zu jung, zu fremd und zu billig", beurteilte ich letztens meine Ware bei der Vinyl-Börse etwas pauschal. Das trifft zum Beispiel auf diese Schallplatte aus meinem Angebot keineswegs zu. "Heinrich George spricht", steht auf dem Umschlag. Die Größe würde man wohl international mit 10" angeben - metrisches System hin oder her. Das wären 254 mm Durchmesser, also kleiner als eine LP, aber größer als eine Single.
Eine Besucherin bemerkte immerhin, "Das ist der Vater von Götz George!"

Eine weitere Nicht-Kundin, sozusagen die andere Frau auf der Börse, durchstöberte meine Kiste mit einer ungewöhnlichen Langsamkeit. Besonders ausführlich betrachtete sie das Cover einer Platte, das einen Turmspringer im Flug zeigt. Schwarze Druckfarbe auf silbernem Grund. Das ermutigte mich zu dem behutsamen Beginn eines potentiellen Verkaufsgesprächs. Sie fände nur das Bild so schön, sagte sie. Bei mir fiel der Groschen, aber ich beschrieb ihr trotzdem angenehm berührt andere schöne Cover dieser Band. Dann setzte sie sich auf einen Stuhl in der Nähe und wartete mit Engelsgeduld darauf, dass ihr versunkener Plattensammler-Freund sich wieder an ihre Gegenwart erinnern würde.

Samstag, 19. Dezember 2015

Spitze

Anspitzer © Harri Brill 2015
Geniales Produkt, der Taschenaschenbecher unter den Anspitzern; von Faber-Castell. Laut Experten bereits sehr beliebt bei Mode- und Designstudenten.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Platten und Karren

Männer, die in Kisten starren © Harri Brill 2015
Was habe ich mitgenommen, von meiner ersten Verkaufserfahrung bei einer Schallplattenbörse?
Antwort: Alle Platten, die ich schon auf dem Hinweg mitschleppte, denn ich habe tatsächlich keine einzige verkauft! Außerdem noch zwei neue Platten, je eine bei meinen Nachbarständen zur Linken und zur Rechten erworben.
Erste Analyse des erstaunlichen Totalausfalls: Nach meinem Eindruck wurden auf dieser speziellen Messe  überwiegend teure und seltene Platten gesucht und gekauft, die meist aus dem Genre des Gitarrenrock stammen. Die Kunden waren außerdem eher Musiksammler als Musikhörer. Und diese Kundschaft bestand zu 90% aus Männern jenseits der 50. Mein netter Nachbar zur Linken sagte so nebenbei, er kenne vieles aus meiner Kiste gar nicht.
Kurze Zusammenfassung: Meine Platten waren für diese Messe noch zu jung, zu fremd und zu billig (mit gründlich recherchierten, stattlichen 20,-Euro im Durchschnitt!).

Eine weitere prägende Erfahrung war der Transport der schweren Vinylscheiben mit Sackkarre und öffentlichen Verkehrsmitteln.
Am U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz gibt es übrigens keinen Aufzug, wie Ihr sicher schon lange wisst, liebe Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen. Wie sagte doch einer meiner Design-Professoren, Alfred Hückler: Jeder, der auch nur eine Einkaufstüte trägt, ist schon behindert.
 
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