Sonntag, 17. Februar 2013

Pfropfen...

Glasstöpsel © Harri Brill 2013
sagt heute auch kein Mensch mehr. Kommt laut Dudens Herkunftsörterbuch vom niederdeutschen Proppen, was soviel wie Stöpsel oder Kork bedeutet.
Wo ich einen Korken vermutet hatte, am Hals einer Weinflasche nämlich, fand ich letztens diesen Glaspfropfen vor.

Das Wort für das Pfropfen von Pflanzen leitet sich dagegen wohl von lateinisch propago (gesetzter Zweig, Ableger) ab und ist verwandt mit propaganda.

Samstag, 2. Februar 2013

hooked


Gleitkleiderhaken © Harri Brill 2013

Diese kleinen blauen Kleiderhaken an der Decke eines Zuges sind seitlich verschiebbar.

Dienstag, 29. Januar 2013

Schorle no, Vinho Verde si!

Schablonen für Kunsttransportkisten © Harri Brill 2013

Wein ist trinkbar! Lustig, wie blau die Zähne im Mund gegenüber vom Rotwein werden. Und sicher gibt es Situationen, in denen Weinschorle die Lösung ist. Nach einem wärmenden Anis schmeckt das Bier nicht wie sonst. Hereinspaziert kommt das kleine Brizzeln des Vinho Verde.

Samstag, 19. Januar 2013

Porto



Briefmarken und Lyrik haben einiges gemeinsam. Sie sind die kleine Form im Ozean von fetten und aufdringlichen Bild- und Wortungeheuern. Außer weltfremden Stubenhockern scheint sich niemand für sie zu interessieren. Und meistens völlig zu Recht, denn oft wird die Mühe der eingehenden Betrachtung nicht belohnt. Die kleine Drei-Cent-Briefmarke findet sicher mehr Beachtung als viele ihrer großen Schwestern. Das bedeutet in diesem Fall: mehr Kritik.

Ab Januar 2013 kostet die Beförderung eines Standartbriefs den Sender drei Cent mehr, also 58 Cent. Damit die alten Marken von 55 Cent aufgebraucht werden können, hat die Post die kleine Zusatzmarke drucken lassen.

In der ersten Woche des Jahres habe ich zwei mit Marken frankierte Briefe erhalten. Der erste ging noch mit einer 55er Marke ohne Probleme durch. Poststempel 2.1.13. Auf dem zweiten Brief (siehe Bild) klebt die korrekte Frankiergruppierung. Der Poststempel zum Entwerten der Marken verfehlte hier jedoch in der Gnade der Übergangszeit sein Ziel und landete links unten auf dem Sichtfenster. Ich kann die Marken also wiederverwenden.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Viel Glück!



Auf der anderen Seite des Zettels steht nicht wie sonst die sinngemäße Übersetzung. Diesmal: Ein Glückskeks, zwei Sprüche. Alles Gute für 2013!

Ende vom Anfang

Fensterschloss 2 © Harri Brill 2012

Die Bilder im letzten Post sind etwas klein geraten, selbst wenn man sie anklickt und die vergrößerte Ansicht vor sich hat. Hier das Zahnrad im Detail.

Sonntag, 30. Dezember 2012

der Anfang vom Ende

Fensterschloss © Harri Brill 2012

Das Wort Fenster hat seinen Ursprung in lateinisch fenestra mit der gleichen Bedeutung. Dachte bisher, fenestra wiederum hätte etwas mit finis terrae ("Ende der Erde") zu tun. In den Nachschlagemedien Herkunftswörterbuch und Internet nix gefunden.
Die Engländer haben mal wieder die lässigere Lösung und leiten ihr window von altisländisch vindauga ab: Augenförmige Öffnung für den Wind, oder auch Auge für den Wind.

Das Windauge auf den obigen Bildern stand einige Meter neben meinem Haus an einem Container. Wird wohl eine korrekte Vintage-Tür für meinen selbstgebastelten Unterschrank abgeben, wenn ich fertig bin. Die beiden letzten Bilder zeigen, wie die Mechanik funktioniert. Über ein Zahnrad wird die Drehung nicht nur auf den kleinen Riegel übertragen, sondern bewegt auch die Stangen, die das Fenster oben und unten fixieren. Alles noch altmeisterliche Schmiedearbeit.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Lesestoff

Nietenhosenbeipackzettel © Harri Brill 2012

Nagelneue Nietenhosen bieten eine Menge Lesestoff, unter anderem für Markenfreaks, Umweltverschmutzer und Rechtsanwälte. Sechs eingenähte Schriftstücke und ein aufgedrucktes. Auf der Suche nach der Angabe des Herkunftslandes blättere ich die Fähnchen hier am Hosenbund durch. "Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs", heißt es auf der rechten Seite. Hinweis für Veganer?

Montag, 19. November 2012

Winkelgradteilung

Zollis © Harri Brill 2012
Einige Zollstöcke sind mit einer Zusatzfunktion zum groben Anzeigen von Winkeln ausgestattet. 
Hier zwei Varianten:
1.: Bild rechts oben. Sehr einleuchtend.
2.: Bilder links oben und unten. Auf zwei Segmenten des Zollstocks wurde die Skala nicht nur in Millimeter geteilt, sondern auch in Grad. "Winkelgradteilung nicht geeicht" steht über dem Gelenk. Schönes deutsches Baukastenwort, "Winkelgradteilung".
Musste das elektrische Orakel befragen, wie das funktioniert: Auf dem Bild unten bilden die unteren beiden Glieder des Zollstocks einen Winkel von 120°. Abzulesen an der Ecke des auf der Skala liegenden Segments. Verschiebt man diese Ecke auf der Skala nach links, wird der Winkel spitzer.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

vom Regen in die Traufe

Wasserhahn © Harri Brill 2012

Der Installateur hatte so etwas noch nie gesehen, und sein Azubi schon gar nicht. Mich erstaunte zuerst die Pfütze neben dem Herd. Der steht zwei Meter vom Wasserhahn entfernt.
Pünktlich am Sonntag war die Heizung ausgefallen. Im Büro des Hausklempners fand montags früh die Sekretärin zum Glück eine freie halbe Stunde im Terminplan der Installateure.
Die beiden Handwerker schraubten einen Schlauch zwischen Wasserhahn der Spüle und Heizkörper, um die Heizung zu entlüften. Dann drehte der Azubi in Scheuerleistenhöhe das Ventil am Heizkörper auf. Der Geselle stand auf einem Tritt und checkte oben an der Therme den Druck.
Währenddessen schlitzte der Druck den offenbar maroden Wasserhahn seitlich auf. Dienstag vormittag hatte ich eine funktionierende Heizung, einen neuen Wasserhahn und eine frisch gewischte Küche.

Montag, 22. Oktober 2012

was übrigblieb

Gummiring © Harri Brill 2012

Elektro-Rasierer war zu Boden gefallen. Ging nicht mehr. Halb so wild. Rasiere lieber nass. Rasierapparat ist jedoch ein gutes Stück von Braun, hat auch schon einige Jährchen auf dem Buckel. Achtziger Jahre. Designer vermutlich Richard Oberheim. Sollte doch was zu machen sein.
Rasierer zerlegt. Ließ sich sehr gut zerlegen. Hat jemand beim Entwurf auch an das Zerlegen gedacht. Vielleicht eher ans Zusammenfügen. Kommt dem Zerleger in diesem Fall zugute.
Also: Zerlegt - Getriebescheibe wieder auf Antriebswelle gerückt - zusammengebaut - läuft.
Auf dem Tisch liegt ein kleiner Gummiring.
Wieder zerlegt -. Gummiring an seinen Platz gelegt -zusammengebaut - läuft.

Das Buch dazu: Kazuo Ishiguro - Was vom Tage übrigblieb
Motto: Das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Catering: Manuela

Sonntag, 7. Oktober 2012

Double Groove


Double Groove Maxi © Harri Brill 2012

"first Double Groove single" steht auf dem Cover. Die zwei Songs auf dieser Seite der Maxi von M sind in besonderer Weise angeordnet. Die Rillen verlaufen parallel. Zwei ineinander liegende Spiralen. Sieht jedoch aus wie eine einzelne Rille, und daher wie ein einziger Song. Je nachdem, in welche der Tonabnehmer taucht, erklingt entweder der Hit Pop Muzik oder die B-Seite M Factor.
 
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