Donnerstag, 21. Oktober 2010

Tipp für heute!

Wie immer recht recht kurzfristig eine Empfehlung für die ifa-Galerie. Wollte eigentlich erst schreiben, dass es - Kunst hin oder her - diesmal schätzungsweise ein besonders netter Abend werden wird.
Habe aber gerade diesen Text auf der Galerie-Seite gelesen und bin jetzt noch gespannter.
Also, es gibt "Another Country - Eine andere Welt", und um 19:00 Uhr geht's los.

ifa-Galerie Berlin
Linienstraße 139/140
10115 Berlin

Montag, 18. Oktober 2010

Ducados


Gibt's immernoch. "100% Tabaco natural" steht auf der anderen Seite unter dem Namen. Sind auch immernoch ein Geschmackserlebnis.
Der kräftige, dunkle Tabak passte auch gut zu Sommer am Meer. Wie in Frankreich Gitanes und Gauloises, bevor sie domestiziert wurden, wie hier nachzulesen ist.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Cruzcampo


Wenn ich zaubern könnte, würden hier automatisch die Posts jeweils in der Sprache der Leser erscheinen, zumindest in Spanisch, Italienisch, Englisch und Schwyzertütsch. Spanisch macht mir gerade trotz nichtiger Kenntnisse am meisten Spaß, deshalb bitte ich um Nachsicht für einige meiner unbeholfenen Gehversuche.

Cruzcampo.
Das ist das offizielle Bier der spanischen Fußballnationalmannschaft. Kommt aus Andalusien. Auf dem Bild ist ein Teil der Verpackung eines Zwölferpacks zu sehen, die ich fast weggeschmissen hätte - daher die Knitterfalten.
Umweltmäßig gesehen blöde von mir, das Zwölferpack zu kaufen. Aber die 1-Literflaschen habe ich erst am nächsten Tag entdeckt.

In einem Interview in einer spanischen Pressekonferenz vor den Euro-Qualis fragte der hardcore-katalanisch-spanische Kicker Piqué, ob er die Antwort zuerst auf Kastellanisch oder Katalanisch geben solle.
Sein etwas später angesprochener Kollege Ramos fragte dann aus Spaß(?), ob er seine Antwort auch auf Andalusich geben könne.
Die spanische Zeitung El Pais nannte das im Text: "...se metió en un charco..." - er war in ein Fettnäpfchen getreten, wenn ich das richtig verstanden habe.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Gema de la Luz / Juwel des Lichts


¿Estás bien?
¡Saludos a Conil!

Eigentlich wollte ich keine Urlaubsbilder hier einstellen, die nichts mit Gegenständen zu tun haben. Aber ich vermisse gerade das ständige Rauschen des Meeres; im Hotel die gedämpfte Musik vom silbrigen Klang der Bestecke und dem schwungvollen Klirren der abgeräumten Teller, während in der Hotelbar über dem Speisesaal die komplette Gruppe spanischer Rentner schon beim zweiten Song der Band freudig und routiniert ihren Tanzabend beginnt.

Abre los ojos/ Öffne Deine Augen


Am ersten Abend im Hotel:
Ankunft halb elf, eine Stunde verspätet. Seit zehn Stunden unterwegs. Im Hotel weiß man bescheid und lässt den Speiseraum länger offen, damit wir noch was zu essen bekommen.

Die freundliche Empfangsdame händigt mir den Zimmerschlüssel in Form der Chipkarte aus und wünscht mir einen schönen Abend.
Jetzt schnell die Tasche ins Zimmer pfeffern und ab in den Speisesaal. Aber die Tür öffnet sich nicht. Ich befolge alle drei Schritte zur Handhabung der Karte, die darauf skizziert sind. Geht nicht. Zurück zur Rezeption.

An der Rezeption checken gerade noch die anderen Spätankömmlinge ein. Zwischendurch findet die Dame souverän die Zeit, mir eine neue Chipkarte zu geben.
Diesmal funktioniert es, und die Tür geht auf. Wo ist denn der Lichtschalter? Da, neben der Badezimmertür. Geht nicht. Kein Licht.

Das Hotel ist ansonsten absolut vertrauenerweckend und von einer gewissen modernen Eleganz und Klasse. Vielleicht ist es so neu, dass noch nicht alle Kabel verlegt sind?

Ich gehe auf dem Weg zum Speiseraum wieder zur Rezeptionistin, die inzwischen charmant lächelnd meine Zimmernummer auswenig aufsagt, berichte ihr die Lage, und dass ich jetzt erstmal was essen werde. Sie ist ehrlich bekümmert und will inzwischen den Haushandwerker in mein Zimmer schicken. Das hört sich gut an. Kann eigentlich nichts Großartiges sein.

Nach dem Essen und einem Bier an der Bar öffne ich mit der Karte lässig die Tür zu meinem Zimmer. Die Lichtschalter gehen immer noch nicht.
Die erste Empfangsdame hatte um Mitternacht Feierabend. Ihre Kollegin ist ebenso patent. Nach einem kurzen Telefonat bietet sie mir ein anderes Zimmer an, mein Einverständnis vorausgesetzt.

Sie geht voran, um mir den Raum zwei Türen weiter zu zeigen. Ist okay. Schöne Beleuchtungssituation. Ich bedanke mich, und sie geht wieder zur Rezeption.
Meine Sachen sind noch im anderen Zimmer, die will ich holen. Aber was ist, wenn die Tür zufällt? Wo steckt denn die Schlüsselkarte für das neue?

Und dann sehe ich diese Ding neben der Tür, den Kartenhalter. Da steckt die Karte. Ich nehme sie heraus - das Licht geht aus. Ich stecke sie rein - das Licht geht an.
Hättet Ihr das gewusst?

Samstag, 9. Oktober 2010

aqui/hier


Das war vorgestern, Donnerstag, 7.10., Uhrzeit 19:45 Uhr, sowohl in Conil de la Frontera als auch in Berlin. In Berlin schon dunkel, in Conil wird der Himmel erst langsam golden. Hatte abends um sieben noch für ein Stündchen das Fahrrad im Hotel geliehen, das hier an der maurischen Mauer lehnt, um zum Internetcafé zu fahren und im Tabakladen Briefmarken zu kaufen.
Am Rechner spanische Tastatur und noch dazu abgegriffen. Mein Nachbar hilft mir, das @ zu finden.
In der sinkenden Sonne zurück zum Hotel, um so langsam den letzten Abend meiner Reise einzuläuten.

Donnerstag, 30. September 2010

Expedition II

Liebe Leser, bin spontan für eine Woche im Urlaub. Mal sehen, was die Spanier so für kuriose Gegenstände benutzen. Jedenfalls geht's danach hier weiter. Also, bis bald!

Samstag, 25. September 2010

Expedition 30.09.10


Das neue Balkon&Garten-Heft ist da!
Nicht einfach nur eins mehr aus der Reihe dieser schönen Hefte, sondern auch noch ein Pionier-Produkt der Herstellung umweltfreundlicher Druckerzeugnisse.
Papier: ausgemusterte Landkarten
Druckfarben: umweltverträglich - wegen des besonderen Papiers genügte außerdem sogar weniger davon als die übliche Menge.

Die Einzelheiten dazu könnt Ihr am Donnerstag, 30.09. in der Ausstellung Zur Nachahmung empfohlen erfahren. Da wird das Heft vorgestellt.
19.00 Uhr in den Uferhallen, Uferstr. 8-11, 13357 Berlin-Wedding (U-Bahn Station Pankstraße), freier Eintritt.

Information zur Veranstaltung hier.
Ein Blick auf einen Druckbogen (Landkarte) und Blättern durchs aktuelle Heft hier.

Was allerdings nur am Gegenstand Heft und nicht auf dem Bildschirm festzustellen ist: Wie immer piekfeine Fadenheftung und diesmal ein besonders umwerfender Duft von verheißungsvoller Druckfrische. Zu überprüfen am 30.09. - kommt alle!

Montag, 20. September 2010

Heimwerker


Das Abgründige in der Seele jedes harmlos wirkenden Heimwerkers kommt in dem Portrait auf dieser älteren Schraubenverpackung gut zur Geltung. Ob er wirklich nur bis 8 zählen kann, wie die diffuse Stückzahlangabe vermuten lässt?

Freitag, 17. September 2010

heiß & kalt


"Mal ist mir heiß, mal ist mir kalt!", hätte wohl Fritz von Thurn und Taxis, der Richard Wagner unter den Fußballreportern, gestern wieder geschmettert.
Der BVB hatte 0:2 geführt. Nach dem 2:2 wollte ich den Fernseher eigentlich schon ausmachen. Ich sehe nicht gerne zu, wenn sich jemand selbst ins Unglück reitet. Am Ende hieß es: Dortmund 4 - Karpaty Lwiw 3.

Die Sterne auf den Trikots der Bundesligavereine haben uns letztens beschäftigt. Nicht viel komplizierter als das Steuerrecht sind die Regeln, die zum Tragen einer bestimmten Anzahl kleiner Sterne über dem Clubwappen berechtigen:

Wikipedia: "Ab drei Titeln ist man berechtigt, einen Stern zu tragen, zwei Sterne gibt es ab fünf Titeln, drei Sterne ab zehn Titeln sowie vier Sterne ab zwanzig Titeln. Die von der DFL umgesetzte Regelung gilt nur für Meisterschaften in der Bundesrepublik Deutschland nach Einführung der Fußball-Bundesliga 1963 und sorgte somit für eine weit verbreitete Kritik. Aufgrund dessen haben sich inzwischen auch andere Anwendungsformen herausgebildet..." hier mehr

Montag, 13. September 2010

Schwarzer Tee

Teeration  © Harri Brill 2010
Sieht aus wie historische Verpackung von Soldatenverpflegung, die Dose.
Die schöne Schrift verbinde ich mit Londons U-Bahn und World War II. Underground kommt hin, aber die Typo ist sogar noch älter. Hier ein tolles Plakat von 1915.
Weil die Rostflecken auf der Dose nicht zu entfernen sind, ohne die Schrift mit ins Verderben zu reißen, wollte ich die hier aufgedruckte, archetypische Anleitung der englischen Tee-mit-Milchpulver-Zubereitung für alle Fälle vor dem Vergessen retten:
"Use dry teaspoon and sprinkle powder on the heated water and bring to the boil, stirring until the milk powder is completely dissolved. The contents of the tins are sufficient for 6 pints of tea. For small quantities, 1 oz. (three heaped teaspoonfuls) is to be added to each pint of water."
Aber eigentlich hatte ich nichts weiter vor, als an die Teekampagne zu erinnern, die jedes Jahr von September bis Januar in den verschiedensten Läden ihren Tee zum Verkauf anbot.
Teekampagne

Sonntag, 5. September 2010

Save the Nauga!


Beim Kauf eines Gürtels hatte ich vor ein paar Jahren das Gefühl, dass sich einige Exemplare nicht wie echtes Leder anfühlten, aber auch nicht wie Kunststoff. Gibt es einen Werkstoff, in dem Lederpartikel mit Kunststoff gemischt werden?

Man kennt das Prinip von den holzhaltigen Baustoffen für Möbel und Innenausbau:
- OSB = oriented strand board, aus groben, ausgerichteten Spänen
- Spanplatte, aus kleineren Spänen
- MDF = mitteldichter Faserstoff, aus kleinsten Holzfasern
alle jeweils mit Kunstharz-Leim zu Platten gepresst.

Der Begriff "Composite Leather" (steht unter "NFL") auf dem Football im Bild könnte ein solches Material beschreiben. Ich fand aber bisher keine Hinweise auf Anteile echten Leders und vermutete eine vornehme Umschreibung wie "Kunstleder" hinter dem Namen.
Gerade eben entdeckte ich bei Amazon in einer Kurzbeschreibung für Basketbälle aus "Composite Leather" den Hinweis "mit hohem Lederanteil" (Spalding Basketbälle BBL TF 1000 ZK Pro).

Auf der englischsprachigen Seite von Wikipedia habe ich nach "Composite Leather" gesucht. Der erste Treffer war "Naugahyde" und ist reinste Kunstlederpoesie:
Die Firma Uniroyal hat in den 30ern ein Material entwickelt, das bald seinen Siegeszug als Möbelbezugsstoff antreten sollte. Die Firma warb dafür mit einer Story von einem erfundenen Tier, aus dessen Haut der Stoff sein sollte, und schuf damit einen Mythos.
Die Monkees, Al Stewart und Warren Zevon haben die Haut besungen, die das Fabeltier angeblich abwerfen kann, ohne dafür ins Gras beißen zu müssen.
Der Komiker Allan Sherman wollte davon nichts wissen, als er beim Setzen auf seinen kunstlederbezogenen Stuhl um das Nauga weinte.
Lest es selbst hier.
 
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