Sonntag, 18. April 2010

buenos dias


Sonnabend, kein Flieger am Himmel, schönes Abendrot, dank Islands Vulkan. Die Kanzlerin chillt in Lissabon, und wir machen uns hier auch einen netten Tag; nächste Eiszeit hin oder her.
Nachmittags einen voraussichtlich grandiosen Comic gekauft, bei St. Georges in der Wörther Straße. Der Text im Vorsatz und das Buch als Ding sind das Geld schon wert. Weiter bin ich noch nicht gekommen. Halte Euch auf dem Laufenden.
Dann Sonnenbrand auf der Stirn bei zwei Bierchen mit KSP am Helmi. Besser nur in kleinen Dosen genießen, den Ort, sonst fühlt man sich in der Glattheit bald unwohl.
Jetzt eine kleine Siesta.
Den kühlen Abend schön in heimatlichen Gefilden abgeschlossen. Mit S. bei "Manuela" in der Friedelstraße 34 ein paar Tapas von der appetitanregenden Thekenauslage gewählt, dazu einige San Miguel, frisch und süffig vom Hahn. Ein wirklich schönes Lokal: Großzügig, lässig, gemütlich, und das Essen ein Gedicht. Die Leute neben uns eine angenehm entspannte Mischung aller Alterklassen. Das "Manuela" hat offenbar noch keine Internetseite, aber Ihr wisst ja jetzt bescheid. In meinem inoffiziellen Kneipenfüher "BonH" würde ich hier mal drei Schneeflocken vergeben.

Sonntag, 11. April 2010

Rasenkunst/genau 60 Tage und drei Stunden

bis zur WM in Südafrika.
Der Tagesspiegel brachte in der heutigen Ausgabe eine Nachricht zum Rasen:
Es wird wohl erstmals auf "mit Kunstfasern verstärktem Naturrasen gespielt. In den Stadien von Nelspruit und Polokwane soll das von einem belgischen Rasenhersteller entwickelte System im Auftrag des Weltverbandes FIFA in den nächsten Wochen installiert werden. Getestet wurde es bereits bei einigen englischen Profiklubs wie Arsenal, FC Liverpool und Manchester City. Bei diesem Spielfeldsystem verwächst der Naturrasen mir den Kunstrasenfasern. Im Rugby und American Football wird der laut Herstellerangabe sehr robuste Rasen bereits erfolgreich eingesetzt."
TSP/dpa 11.04.10

Damen und Herren


Schaufenster am Südstern.

Montag, 5. April 2010

oben hui, unten pfui



Heute seit langer Zeit mal wieder im BVG-Bus gesessen, Doppeldecker oben, M29 von Kreuzberg zum Bauhaus-Archiv. Die Linie kann man auch Touristen empfehlen, auf der Route liegen Oranientraße, Checkpoint Charlie, skandinavische Botschften und vieles mehr. Und immer wieder mit Kontakt zum Kanal. An dessen Ufer steht auch das Haus aus dem oberen Bild, Reichpietschufer 60-62. Einzelheiten gleich, muss erstmal was essen und schlage währenddessen im Architekturführer Berlin nach, obwohl ich die Hütte eigentlich aus dem FF kennen sollte.
Shell-Haus von Emil Fahrenkamp, 1930-31. "Das Shell-Haus gilt als einer der bedeutendsten Bürobauten der Weimarer Republik. Es ist zugleich einer der der ersten Stahlskeletthochbauten in Berlin.", steht im Architekturführer Berlin, Autoren: Wörner, Möllenschott, Hüter; Berlin 1994.

Unteres Bild: Ein paar Sekunden vorher aufgenommen, im gleichen Bus.
Zwei Ex-Studienkollegen arbeiten als Designer bei MAN, einer davon bei den Bussen, wenn ich nicht irre. (Falls Ihr das lest: Hallo S. und S.!) Deshalb will ich mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Aber diese potentielle Müllecke ist mir aufgefallen, unterhalb der Sitzschalen, an der seitlichen Aufhängung der Sitze, da, wo schon eine leere Capri-Sonne oder sowas liegt. Wird übrigens Cantilever genannt, dieser nur an der Seitenwand befestigte Tragarm der Bestuhlung. Macht man vor allem, damit der Boden leichter zu reinigen ist, und für besseren Einbau, Ausbau und variablen Sitzabstand, ohne, dass noch Befestigungslöcher in den Boden gebohrt werden müssen.

Freitag, 2. April 2010

gewogen


sind jetzt die Nähmaschinen aus diesem Post, dank der abgebildeten Federwaage.
Die elegante Necchi (Privileg Combi Automatik) wiegt 11 kg, jedes Gramm ein Genuss. Die kantige Privileg "Voll-Zickzack" kommt dagegen nur auf 7 kg. Wer hätte das gedacht?

Auf der linken Skala der Waage sind die Kilogramm abzulesen.
Bei der rechten Skala handelt es sich wahrscheinlich um Zollpfund, genau 500g, so definiert seit 1854 vom Deutschen Zollverein. Das Kilogramm wurde erst 1872 in Deutschland als Standart gesetzlich festgesetzt. 1875 unterzeichneten in Paris 17 führende Industrienationen die Meterkonvention, in der sie sich unter anderem auf das Kilogramm als Gewichtseinheit festlegten.
England und die USA verwendeten bis vor kurzem andere Einheiten. Trotzdem hat der Hersteller E. Ubrig diese Waage "Pocket Balance" betitelt. Über eine Geschichte der Firma Ubrig als Hersteller von Waagen ist im Internet nichts zu finden.

Sonntag, 28. März 2010

King's Road


ist das hier nicht, sondern Trash-Modemeile Kottbusser Damm.

Montag, 22. März 2010

Piazza N. Lenau



Selten ist mir ein öffentliches Telefon so ins Auge gesprungen wie dieses. Es ist der Gegenstand, der den Ort für mich exotisch macht. Das liegt an meiner deutschen Fixierung auf Monopol-Fernsprechautomaten.
Nikolaus Lenau gilt als österreichischer Dichter, ist aber im damaligen Königreich Ungarn geboren. Sein Geburtsort gehört heute zu Rumänien.
Das Telefon könnte auch in Österreich, Ungarn, Rumänien oder sonstwo hängen. Aber irgendetwas erinnert mich auf diesem Bild doch an Berlin, Lenaustraße. Entweder das Klingelschild, oder die Pflasterung in "Berliner Passe".

Dienstag, 16. März 2010

Magistratsregenschirm


Pathetisch gesagt, hat die Menschheit andere Probleme, als über irgendwelche mickrigen, nebensächlichen Produkte zu palavern. Deshalb bin ich auch ganz froh, wenn mir mal eine Lösung zum Weglassen eines Produktes begegnet.
Der Regenschirm. Ich besitze einen, seit mehreren Jahrzehnten. Eingesetzt habe ich dieses störende Gepäckstück vielleicht ein dutzend Mal. Das ist, über diesen Zeitraum betrachtet, so gut wie nie. Entweder nieselt es nur, da reicht
eine gute Jacke, und vielleicht noch eine Kopfbedeckung. Oder der Regen kommt mit so starkem Wind einher, dass alle benutzten Schirme nach oben klappen und anschließend wegfliegen.
Außerdem ist man mit einem Regenschirm in der Hand nur noch einarmig und gehört somit zur Personengruppe mit eingeschränkter Mobilität, in Fachkreisen PRM (people with reduced mobility) genannt.
Schön, dass es die Hochbahn gibt, und die Wege darunter im Trockenen liegen, auch wenn es wie am Sonntag Matsch regnet.
Es gibt allerdings ein Gebiet, auf dem der gute, alte Umbrella die Nase vorn hat.

Sonntag, 14. März 2010

Schwarzweiß

Antizyklisch sozusagen, zwei Wochen vor Erscheinen des nächsten Balkon&Garten-Heftes mit dem Thema Schwarzweiß, möchte ich hier auf zwei Filme hinweisen, die zum Thema passen. Ich habe sie im verschneiten Ende des Jahres 2009 im Kino gesehen.
Antizyklisch, gegen die Zeit, ist auch ihre späte Ausstahlung im Kino, einige Jahre nach Produktion. Ich kann sie Freunden des jüngeren Schwarzweißfilms empfehlen: Guy Maddins Brand Upon The Brain (Kanada/USA 2006) und Béla Tarrs Der Mann aus London (Ungarn/Frankreich/Deutschland 2007), mit einer Kittelschürzen-Nebenrolle für Tilda Swinton.
Beide erfordern auf verschiedene Art etwas Geduld beim Betrachter, sind aber sehr inspirierend.

Montag, 8. März 2010

Studentenfutter 2


Hier die ganze Tüte. Auf der Rückseite (rechts) die kleine Illustration.

Sonntag, 7. März 2010

Studentenfutter


Zuerst hielt ich die kleine Grafik (2cm x 3cm) auf der Rückseite der Studentenfuttertüte für eine Art Bedienungsanleitung und nahm sie deswegen näher in Augenschein. Eine Anleitung zum Öffnen der Tüte, oder zu deren Entsorgung? Was könnte mir das Bild an aufschlussreichen Hinweisen zur Handhabung dieser Packung Studentenfutter vermitteln?

Wie Ihr seht, handelt es sich hier um Beispiele für Situationen, in denen dieses Studentenfutter zum Einsatz kommen möchte, wie der Text darüber nahelegt. Über den Nutzen einer solchen Darstellung für Kunden oder Hersteller will ich jetzt nicht nachdenken.
Mich interssiert bei solchen Abbildungen immer die Abstraktion von Gegenständen. Zum Beispiel der Fernseher. Nicht das neueste Modell, schon gar nicht einer dieser Flachbildschirme. Den Flachbildschirm sehe ich dagegen links, vor den Beinen der Frau. Die Versammlung der Verkehrsmittel rechts erinnert an Logos für Reisebüros aus der Zeit, als die Fernseher noch Antennen hatten.
Das meine ich nicht abwertend. Das kollektive Gedächtnis ist langsam und treu. Dinge auf dem neuesten Stand der Technik sind in schematischer Darstellung nicht unbedingt gut zu erkennen. Trotzdem erscheint mir der Duktus der Grafik etwas altbacken.
Eine Frage noch: Was macht die Frau mit dem Flachbildschirm da links eigentlich? Ich gehe davon aus, dass das eine Frau sein soll. Sekretärin? Dirigentin?

Montag, 1. März 2010

Feuerzeug

Mein Rowenta Safari ist kaputt. Habe ich seit Jahren immer dabei. Ziemlich ernst. Hinten am Scharnier ist der Stift flöten gegangen; das kriegt man wieder hin. Da könnte der Freund Goldschmied zur Not helfen. Aber vorne am Feuerstein klemmt's auch, und keine Schraube zum Öffnen weit und breit. Brennt mit Gas, obwohl es formal auf der Benzin-Zippo-Welle schwimmt. Dieses Anbiedern ist mir hier egal - eine charmante Charakterschwäche. Im Alltagsgebrauch übertrifft es seine Vorbilder. Benzin schmeckt man beim ersten Zug unangenehm raus, und es verdunstet auch ohne Benutzung innerhalb weniger Tage. Schöne Feuerzeuge von Braun und Ronson hatte ich schon in Gebrauch. War jeweils ein kurzes Vergnügen. Die Rowentas sind handwerklich solide und funktionieren eigentlich immer, bis heute jedenfalls.
 
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